“Dodos auf der Flucht” von Mikael Vogel

Heute gibt es für euch eine Rezension zum Buch “Dodos auf der Flucht” von Mikael Vogel aus dem Verlagshaus Berlin. Auf den Verlag & das Buch bin ich während der Leipziger Buchmesser gestoßen & irgendwie war da bei mir sofort pure Begeisterung. Mir wurde vom Verlag freundlicherweise ein Rezensions-Exemplar zugeschickt und ich habe mich noch nie mehr darüber gefreut!

“Voraussichtliches Aussterbe Jahr 2018”.

IMG_20180328_182043_046.jpgMikael Vogel erzählt in seinem Gedichtband die Geschichte von ausgestorbenen und vom Aussterben bedrohten Tierarten. Seine Gedichte stecken voller interessanter, aber auch bedrückender Informationen. Gleich zu Beginn wird einem klar: Das hier ist nicht nur die Geschichte dieser Tiere, sondern auch die der Menschen. Und tatsächlich wird parallel zum “Untergang” der vielen Arten in gewisser Weise der Aufstieg des Menschen skizziert. Einige Sätze machten mich wütend. Schockierten mich und machten mich auch traurig. Natürlich war dem Menschen nicht immer bewusst, was er da mit seinem Einzug auf fremde Inseln anrichtet, aber manchmal – leider viel zu häufig – war der Mensch eben auch mit seinem vollem Bewusstsein dafür verantwortlich, dass Tierarten plötzlich nicht mehr vorhanden waren. Ausradiert. “Wie ist es der Allerletzte zu sein […]” steht da in einem Gedicht. Und irgendwie ging mir dieser Satz nicht mehr aus dem Kopf. Noch bedrückender fand ich das passenderweise als “Totempfahl” bezeichnete Inhaltsverzeichnis. Jedem Tier ein Gedicht. Manchmal auch mehr. Manchmal eine ganze Seite, manchmal nur ein Wort. Auf 194 Seiten.

Die Poesie und das Wissen, dass in den Texten steckt, sind meiner Meinung nach sehr gut ausgewogen. Es wird vor allem mit den Farben und den Tier-Lauten gespielt, und auch einige der Artennamen sind an sich schon wunderschön zu lesen. Bis man ihre Geschichte hört. Ich selbst konnte zu Beginn gar nicht mehr mit dem Lesen aufhören. Irgendwie war ich plötzlich ganz gebannt von all den Schicksalen. Ein Name nach dem Anderen. Ein Tod folgte dem nächsten.

Auf den letzten Seiten befinden sich die Sonargramme, ein weiterer interessanten Einblick in die Welt der Aussterbende Tiere, diesmal ohne Lyrik, aber nicht weniger schön geschrieben. Zudem sind sie mehr auf wenige Beispiele konzentriert und geben auch einen kleinen Einblick in den Schreib- und Recherche-Prozess von Vogel. Des Weiteren befinden sich im Buch übrigens noch wunderschöne Illustrationen von Brian R. Williams zu einigen der beschriebenen Arten.

Fazit Mir selbst hat dieser Gedichtband sehr gut gefallen und ich bin davon überzeugt, dass dieses Buch in jedes Bücherregal gehört. Ganz unabhängig von den schönen Gedichten, ist es doch auch ein sehr wichtiges Thema! Vogel schafft es, die nötigen Informationen mit der nötigen Portion Lyrik zu vereinen und damit den Leser zu bannen.


“Dodos auf der Flucht” | Mikael Vogel | Verlagshaus Berlin | 252 Seiten

 

Übrigens, vielleicht war es ja so etwas wie Schicksal, dass mir dieses Buch in die Hände gefallen ist. Von all den Gedichten dieser Welt, gibt es in diesem Buch doch tatsächlich Anspielungen auf mein Lieblingsgedicht “An Anna Blume” von Kurt Schwitters. Dadaismus. Dodoismus.

 

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3 Comments

  1. -Leselust Bücherblog-

    Hey Pia,
    Das Buch haben wir uns doch auf der Leipziger Buchmesse zusammen angeschaut, oder? Hach, da kommen gleich Erinnerungen auf. 🙂
    Voll cool, dass du das Buch jetzt gelesen hast, Und das es dir so gut gefallen hat. <3
    Liebe Grüße, Julia

    1. Pia

      Hey Julia,

      sorry für die späte Antwort! Ja, ich hab direkt nach der Messe eine Mail an den Verlag geschrieben & dann war es auch schon da! Ich kann es nur empfehlen! Liebe Grüße, Pia!

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