“Die Flügel meines Vaters” von Milena Agus

Mein letzter Beitrag ist nun schon eine Weile her, doch heute soll es eine kurze Rezension zu dem Buch “Die Flügel meines Vaters” von Milena Agus geben. Zusammen mit “Pascals Bekenntnisse“, habe ich dieses Buch bereits als Kind gelesen. Da ich jedoch nie das Gefühl hatte, es damals verstanden zu haben, wurde das Buch nochmal in die Hand genommen. Da ich mich mit dem „Worum geht’s“ in diesem Buch sehr schwer tue, gibt es heute ausnahmsweise mal nur den Klappentext:

Die schöne Hotelbesitzerin muss verrückt sein, davon sind die Bewohner des kleinen Ortes an der sardischen Küste überzeugt. Warum sonst weigert sie sich, durch den Verkauf ihres paradiesischen Stücks Land zur Millionärin zu werden? Warum liegt ihr das Glück der anderen mehr am Herzen als das eigene? Und warum lässt sie sich von ihren Liebhabern so furchtbar schlecht behandeln?
Ihre Nachbarn nennen sie “Madame”, weil sie alles Französische so liebt. Man wundert sich, dass sie mit ihrem kleinen Hotel und dem Obst- und Gemüseanbau lieber arm bleibt, obwohl ihr die Bauherren der Touristendörfer lukrative Angebote für ihr traumhaftes Grundstück am Meer machen. Doch Madame ist zufrieden mit ihrem bescheidenen Leben in der sardischen Macchia, zufriedener jedenfalls als ihre Hotelgäste, denen sie mit etwas Magie das Leben zu verschönern versucht. Wenn nur der ständige Liebeskummer nicht wäre, unter dem sie leidet! Doch auch auf Madame wartet irgendwo das große Glück – davon ist ihre junge Freundin, die Erzählerin dieser Geschichte, überzeugt. Zur Not muss man der Glücksgöttin eben mit etwas Magie nachhelfen

Milena Agus schreibt ruhig und erzählt die Geschichte von “Madame” mit den Worten eines Kindes. Ich hatte stets das Bild eines kleinen Mädchens vor Augen, dass einem Bekannten alle Ereignisse erzählt, die seit dem letzten Besuch vorgefallen sind. Ganz egal ob interessant oder nicht. Dadurch konnte ich mich bis zum Ende leider nicht wirklich mit der Geschichte rund um Madame und ihre Gäste anfreunden. Mir hat einfach etwas gefehlt. Ein Geheimnis, ein kleiner Schocker oder ein emotionaler Moment. Ich würde das Buch nicht gerade als schlecht bezeichnen wollen, aber so wirklich gut war es in meinen Augen auch nicht. Die Geschichte tümpelt so vor sich hin. Die Charaktere machen auf den 160 Seiten natürlich keine große Entwicklung durch und ich habe mich öfters gefragt, worauf das alle hinauslaufen soll. Geht es denn jetzt um das Glück? Die wahre Liebe? Oder doch nur um den Verkauf des Hofes? Sicherlich ist von allem etwas dabei, aber bei so einer kurzen Anzahl an Seiten, ist es sicherlich schwer, das richtige Maß zu finden.

Was mich etwas irritiert hat, war die Zeit der Handlung. Obwohl die Geschichte in unserer modernen Zeit spielt, wurden meine Gedanken stets in eine längst vergangene Zeit versetzt. Durch die große Armut, in der sowohl die Familie der Erzählerin, als auch Madame leben, entstand eine Atmosphäre, die mich an das 19. Jahrhundert erinnert hat. Nur selten, wurde mir mit kleinen Details wieder bewusst gemacht, dass es sich hier eigentlich um einen Roman handelt, der in der Gegenwart spielt.

Fazit Ich selbst konnte mich mit dieser kurzen Geschichte und der etwas langweiligen Erzählweise nicht wirklich anfreunden und hatte mir etwas mehr Emotionen erhofft.


“Die Flügel meines Vaters” | Milena Agus | Hoffmann und Campe | 160 S.

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